Medizin & Wissenschaft
Neue Gesundheitskarten ab Oktober: Ist Ihre Praxis technisch vorbereitet?
Lesezeit: 3 Minuten Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung
Zum 1. Oktober 2026 beginnt ein weiterer Schritt bei der technischen Umstellung der Telematikinfrastruktur: Die ersten neuen elektronischen Gesundheitskarten werden ausschließlich das Verschlüsselungsverfahren ECC unterstützen. Praxen sollten deshalb rechtzeitig kontrollieren, ob ihr Konnektor auf dem erforderlichen Softwarestand ist.
Warum das Update wichtig ist
Die Telematikinfrastruktur stellt ihre Verschlüsselung schrittweise von RSA auf das modernere ECC-Verfahren um. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung benötigen Praxen für die neuen Karten die Konnektor-Produktversion PTV6. Fehlt das Update, kann es beim Einlesen der Karten und beim Aufbau der Verbindung zu erheblichen Problemen kommen. Im ungünstigsten Fall müssen Abläufe aufwendig durch Ersatzverfahren auf Papier abgesichert werden.
Die meisten Praxen haben die Aktualisierung bereits erhalten. Trotzdem lohnt sich eine aktive Kontrolle – besonders dann, wenn Updates durch einen externen IT-Dienstleister betreut werden oder im Alltag keine eindeutige Rückmeldung zum Versionsstand erfolgt ist.
Diese Punkte sollte das Praxisteam jetzt klären
- Versionsstand prüfen: Ist auf dem Konnektor die Produktversion PTV6 installiert?
- Dienstleister kontaktieren: Wenn der Stand unklar ist, sollte der zuständige TI- oder PVS-Anbieter die Aktualität bestätigen.
- Funktionskontrolle einplanen: Nach dem Update sollten Kartenlesegeräte und zentrale TI-Anwendungen im normalen Praxisablauf getestet werden.
- Notfallablauf bereithalten: Das Team sollte wissen, wie es bei einer vorübergehenden TI-Störung dokumentiert und welche Ersatzverfahren gelten.
- Verantwortlichkeit festlegen: Eine benannte Person sollte Updates, Herstellerinformationen und Fristen im Blick behalten.
Bei sogenannten Highspeed-Konnektoren, die etwa über ein TI-Gateway betrieben werden, übernimmt laut KBV in der Regel der Anbieter die Aktualisierung. Auch hier kann eine kurze Bestätigung für die interne Dokumentation sinnvoll sein.
Nicht bis zum letzten Tag warten
Technische Aktualisierungen lassen sich besser außerhalb der Hauptsprechzeiten durchführen. Falls nach dem Update Fragen zum TI-Zugang auftreten, bleibt so genügend Zeit, den Dienstleister einzubeziehen. Wer erst Ende September prüft, riskiert vermeidbaren Zeitdruck.
Fazit
Die Umstellung ist vor allem eine organisatorische Aufgabe: Versionsstand kontrollieren, Zuständigkeit klären und die Funktion testen. Ein kurzer Technikcheck kann verhindern, dass neue Gesundheitskarten ab Oktober den Praxisbetrieb ausbremsen.
Bildquellen & Copyright
Titelbild: Mit KI erstellt, OpenAI, 2026.