Medizin & Wissenschaft

Grippe, COVID-19 und RSV: Wer sollte sich im Herbst 2026 impfen lassen?

Lesezeit: 4 Minuten Quelle: Robert Koch-Institut – STIKO-Empfehlungen 2026

Mit dem Herbst beginnt die Zeit, in der Atemwegsinfektionen wieder häufiger auftreten. Influenza, COVID-19 und RSV werden oft in einem Atemzug genannt, doch die Impfempfehlungen unterscheiden sich. Ein kurzer Impfcheck hilft, individuelle Risiken zu erkennen und den passenden Zeitpunkt nicht zu verpassen.

Influenza: jährlich neu entscheiden

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung insbesondere Menschen ab 60 Jahren, Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen, Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Auch medizinisches Personal und Menschen mit erhöhtem beruflichem Expositionsrisiko gehören zu den relevanten Gruppen. Neu berücksichtigt werden Personen, die regelmäßig direkten Kontakt zu Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben haben.

Da sich Influenzaviren verändern, wird der Impfstoff für jede Saison angepasst. Der Schutz sollte möglichst vor der Hauptwelle aufgebaut sein. In der Praxis bietet sich deshalb an, den Impfstatus frühzeitig zu prüfen und gefährdete Patientinnen und Patienten aktiv anzusprechen.

COVID-19: Auffrischung vor allem für Risikogruppen

Eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst ist nicht pauschal für alle vorgesehen. Sie richtet sich vor allem an Menschen ab 60 Jahren sowie an Personen, bei denen wegen einer Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf besteht. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie Beschäftigte mit direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten können eine Empfehlung haben.

Entscheidend sind Alter, Vorerkrankungen, bisherige Impfungen und durchgemachte Infektionen. Die persönliche Impfentscheidung sollte deshalb anhand der aktuellen STIKO-Empfehlung ärztlich eingeordnet werden.

RSV: einmalige Impfung für bestimmte ältere Menschen

RSV kann bei älteren oder gesundheitlich vorbelasteten Menschen schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige RSV-Impfung für alle Personen ab 75 Jahren. Für Menschen zwischen 60 und 74 Jahren gilt sie als Indikationsimpfung, wenn eine relevant beeinträchtigende Grunderkrankung vorliegt oder sie in einer Pflegeeinrichtung leben. 2026 zählt neben proteinbasierten Impfstoffen auch ein mRNA-RSV-Impfstoff zu den empfohlenen Möglichkeiten; eine generelle Bevorzugung eines Impfstofftyps spricht die STIKO nicht aus.

Der praktische Impfcheck

Für das Gespräch in der Praxis helfen vier Fragen:

  • Liegt eine altersbezogene Empfehlung vor?
  • Bestehen chronische Erkrankungen oder eine Immunschwäche?
  • Gibt es ein beruflich oder privat erhöhtes Expositionsrisiko?
  • Welche Impfungen oder Infektionen sind bereits dokumentiert?

Mehrere Impfungen können bei bestehender Indikation teilweise am selben Termin verabreicht werden. Ob dies im Einzelfall sinnvoll ist, hängt unter anderem von den zugelassenen Impfstoffen und der gesundheitlichen Situation ab.

Fazit

Nicht jede Person benötigt im Herbst dieselben Impfungen. Ein systematischer Blick auf Alter, Vorerkrankungen, Lebensumfeld und Impfpass schafft Klarheit. Die STIKO betont, dass grundsätzlich jeder Arztkontakt genutzt werden kann, um Impflücken zu erkennen und – nach individueller Aufklärung – zu schließen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.


Bildquellen & Copyright

Titelbild: Mit KI erstellt, OpenAI, 2026.


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